{"id":2602,"date":"2024-12-20T14:01:58","date_gmt":"2024-12-20T12:01:58","guid":{"rendered":"https:\/\/hog.thecreativeplot.com\/?p=2762"},"modified":"2024-12-20T14:01:58","modified_gmt":"2024-12-20T12:01:58","slug":"motorrad-marathon","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/hog.thecreativeplot.com\/de\/motorrad-marathon\/","title":{"rendered":"Motorrad-Marathon"},"content":{"rendered":"\n<p class=\"intro wp-block-paragraph\">Zwei Freunde aus Kalifornien mussten mit ihren Harley-Davidson<sup>\u00ae<\/sup> Motorr\u00e4dern auf schier unbefahrbaren Stra\u00dfen schwindelerregende H\u00f6hen \u00fcberwinden, sich mit Alligatoren auseinandersetzen, vor Geschossen in Deckung gehen und einer Revolution entkommen, um von den USA aus an das Ziel ihrer ambitionierten Reise in Brasilien zu gelangen<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Paul Harder und Dick Walker haben neun Monate Zeit investiert, um ihre Motorradreise von Long Beach in Kalifornien nach Rio de Janeiro in Brasilien zu planen. Ein Bericht \u00fcber ihre Abenteuer auf dieser epischen Reise ist in der Dezember-Ausgabe 1949 und in der Januar-Ausgabe 1950 von <em>The Enthusiast<\/em><sup>\u00ae<\/sup> erschienen.<\/p>\n\n\n\n<div class=\"wp-block-columns is-layout-flex wp-container-core-columns-is-layout-8f761849 wp-block-columns-is-layout-flex\">\n<div class=\"wp-block-column is-layout-flow wp-block-column-is-layout-flow\">\n<figure class=\"wp-block-image size-large\"><img decoding=\"async\" src=\"https:\/\/hog.thecreativeplot.com\/wp-content\/uploads\/2024\/12\/MAP-DETAIL_1949-ENTHUSIAST-DECEMBER_Page_2-1024x732.jpg\" alt=\"\" class=\"wp-image-2741\" \/><\/figure>\n<\/div>\n\n\n\n<div class=\"wp-block-column is-layout-flow wp-block-column-is-layout-flow\">\n<figure class=\"wp-block-image size-large\"><img decoding=\"async\" src=\"https:\/\/hog.thecreativeplot.com\/wp-content\/uploads\/2024\/12\/PH-6040-17-tif634399468360000000-1024x731.jpg\" alt=\"\" class=\"wp-image-2757\" \/><\/figure>\n<\/div>\n<\/div>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Die beiden hatten nach reiflicher \u00dcberlegung entschieden, dass Harley-Davidson<sup>\u00ae<\/sup> Motorr\u00e4der die besten Fahrzeuge f\u00fcr ihre Reise sein w\u00fcrden, und haben zwei Maschinen gekauft: eine FL von 1941 und eine EL von 1947. Beide Bikes hatten bereits eine bewegte Vergangenheit hinter sich. Die EL war zum Beispiel mehrere Jahre lang bei der New York State Police im Einsatz gewesen. Paul und Dick scheuten keine M\u00fchen, die Maschinen auf die gro\u00dfe Reise vorzubereiten &#8211; am auff\u00e4lligsten waren die gro\u00dfen Zusatztanks an der Gabel \u00fcber dem Vorderrad.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Die beiden planten, die vorgesehene Strecke m\u00f6glichst auf dem Landweg zur\u00fcckzulegen, und sie hofften, dass sie dabei auf kein anderes Verkehrsmittel zur\u00fcckgreifen m\u00fcssten und wenigstens eines der Motorr\u00e4der das Ziel erreichen w\u00fcrde. Sie machten sich im Februar 1948 ausgestattet mit ihren P\u00e4ssen und allen anderen notwendigen Dokumenten in Long Beach auf den Weg. Jedes Motorrad hatte eine Last von 250 Pfund Spezialausr\u00fcstung zu transportieren.&nbsp; Ihr Weg f\u00fchrte sie durch Texas nach Mexiko, wo sie bereits auf so schlechte Stra\u00dfen stie\u00dfen, dass sie im S\u00fcden des Landes 100 Pfund ihrer Ausr\u00fcstung zur\u00fccklie\u00dfen, um die Fahrt durch Guatemala, El Salvador und Honduras nach Nicaragua zu erleichtern.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Der gute Zustand des Inter-American Highways in Nicaragua erlaubte es ihnen, das Land mit bis zu 100 km\/h Geschwindigkeit zu durchqueren. Sie machten eine Pause am Nicaraguasee, um in den von Haien verseuchten Gew\u00e4ssern Alligatoren zu jagen, was Paul als schreckliche Erlebnis empfand.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">In Costa Rica war dann Schluss mit der guten Stra\u00dfe. Paul und Dick mussten die Motorr\u00e4der \u00fcber fast unbefahrbare Pisten qu\u00e4len.<\/p>\n\n\n\n<div class=\"wp-block-columns is-layout-flex wp-container-core-columns-is-layout-8f761849 wp-block-columns-is-layout-flex\">\n<div class=\"wp-block-column is-layout-flow wp-block-column-is-layout-flow\">\n<figure class=\"wp-block-image size-large\"><img decoding=\"async\" src=\"https:\/\/hog.thecreativeplot.com\/wp-content\/uploads\/2024\/12\/PH-6040-15-tif634399468380000000-1024x731.jpg\" alt=\"\" class=\"wp-image-2755\" \/><\/figure>\n<\/div>\n\n\n\n<div class=\"wp-block-column is-layout-flow wp-block-column-is-layout-flow\">\n<figure class=\"wp-block-image size-large\"><img decoding=\"async\" src=\"https:\/\/hog.thecreativeplot.com\/wp-content\/uploads\/2024\/12\/PH-6040-20-tif634399450120000000-1024x732.jpg\" alt=\"\" class=\"wp-image-2760\" \/><\/figure>\n<\/div>\n<\/div>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Dann brach in Costa Rica auch noch ein B\u00fcrgerkrieg aus. Die beiden mussten sich zeitweise verstecken und ihren Wunsch begraben, wenigstens den Panamakanal auf dem Landweg zu erreichen.&nbsp; Statt dessen mussten sie ein Boot suchen, dass sie auf dem Seeweg nach Panama brachte. Sie kamen dort heil an, aber in welchem Zustand waren ihre Motorr\u00e4der!<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Paul schrieb dazu: &#8220;Dass die Maschinen nach all der Schinderei in Mittelamerika \u00fcberhaupt noch fuhren, \u00fcberraschte uns. Wir mussten teils querfeldein fahren und die Bikes im S\u00fcden Mexikos \u00fcber 600.000 Eisenbahnschwellen pr\u00fcgeln. Die Kupplungsdeckel sind an Felsen zerbrochen, und die Rahmen haben beim Aufsetzen Schaden genommen.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Wir waren gezwungen, Benzin zu tanken, das die Qualit\u00e4t von billigem Kohle\u00f6l hatte. Wir sind hunderte von Kilometern durch dichten Staub gefahren, der uns zu ersticken drohte. Jede einzelne der Streben, die wir nachtr\u00e4glich an die Maschinen geschraubt oder geschwei\u00dft haben, ist verdreht oder gerissen.&nbsp; Und trotzdem haben die Bikes immer reibungslos funktioniert.&#8221;<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Kurz vor Bogot\u00e1 gerieten die beiden in einen Hinterhalt und unter Beschuss. In Kolumbien erlebten sie auch den ersten Vorgeschmack auf extreme H\u00f6hen: Eine unbefestigte Stra\u00dfe f\u00fchrte sie bis auf 4.000 Meter \u00fcber Meeresh\u00f6he. Ecuador war weniger ereignisreich, auch wenn die M\u00e4nner und ihre Motorr\u00e4der Massen von Schaulustigen (einschlie\u00dflich Tieren) anzogen, wenn sie durch St\u00e4dte fuhren.<\/p>\n\n\n\n<div class=\"wp-block-columns is-layout-flex wp-container-core-columns-is-layout-8f761849 wp-block-columns-is-layout-flex\">\n<div class=\"wp-block-column is-layout-flow wp-block-column-is-layout-flow\">\n<figure class=\"wp-block-image size-large\"><img decoding=\"async\" src=\"https:\/\/hog.thecreativeplot.com\/wp-content\/uploads\/2024\/12\/PH-6040-9-tif634399468360000000-1024x731.jpg\" alt=\"\" class=\"wp-image-2749\" \/><\/figure>\n<\/div>\n\n\n\n<div class=\"wp-block-column is-layout-flow wp-block-column-is-layout-flow\">\n<figure class=\"wp-block-image size-large\"><img decoding=\"async\" src=\"https:\/\/hog.thecreativeplot.com\/wp-content\/uploads\/2024\/12\/PH-6040-18-tif634399468340000000-1024x731.jpg\" alt=\"\" class=\"wp-image-2758\" \/><\/figure>\n<\/div>\n<\/div>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Sie fuhren nach Cusco, das fast 3.500 Meter \u00fcber dem Meeresspiegel im Herzen der Anden liegt, um die Ruinen des Inkareiches zu erkunden, dann weiter zum Titicacasees, \u00fcber die Grenze nach Bolivien und auf nicht ausgeschilderten Stra\u00dfen und Wegen nach Chile.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Pauls f\u00fcr die Reise vorgesehene Zeit wurde knapp, also beschloss er, von Santiago, der Hauptstadt Chiles, in die USA zur\u00fcckzukehren, w\u00e4hrend Dick sein Bike an Bord einer DC-3 verfrachtete und nach Argentinien flog. Bis zu diesem Zeitpunkt hatten die beiden insgesamt 42.000 Kilometer zur\u00fcckgelegt, ohne auch nur einmal wegen eines technischen Problems liegenzubleiben. F\u00fcr Dick endete diese Gl\u00fccksstr\u00e4hne gleich an seinem ersten Tag als Alleinreisender. Er musste wegen Problemen mit der Motorschmierung in eine Werkstatt. Anscheinend hatte die extreme K\u00e4lte dazu gef\u00fchrt, dass das billige \u00d6l, das er verwendete, z\u00e4hfl\u00fcssig geworden war. Aber mit der Hilfe \u00f6rtlicher Mechaniker und mit einem guten Schuss Improvisationsgabe konnte Dick den entstandenen Schaden so weit beheben, dass er die etwa 1.100 Kilometer bis nach Buenos Aires fahren konnte, wo die \u00f6rtliche Harley-Davidson Werkstatt daf\u00fcr sorgte, dass er seine Reise fortsetzen konnte. Dick war schon seit mehr als sieben Monaten mit seinem unzerst\u00f6rbaren Motorrad unterwegs, als er von Buenos Aires nach Santa Fe rollte, dann ostw\u00e4rts nach Uruguay fuhr und schlie\u00dflich Rio de Janeiro erreichte.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Er hatte seit Long Beach fast 27.000 Kilometer zur\u00fcckgelegt, die meisten davon auf unbefestigten Stra\u00dfen. Er war durch tropisch hei\u00dfes Tiefland und \u00fcber fast 5.000 Meter hohe P\u00e4sse gefahren und hatte 16 Staaten durchquert. Paul schrieb einen Gro\u00dfteil von Dicks Erfolg seiner Harley-Davidson zu: &#8220;Ich bin \u00fcberzeugt, dass wir keine bessere Wahl h\u00e4tten treffen k\u00f6nnen. Ein Teil des Erfolgs mag Gl\u00fcck gewesen sein, aber zu allererst war er der sorgf\u00e4ltigen Planung und Dicks unvergleichlicher Entschlossenheit und Improvisationsgabe zu verdanken.&#8221;<\/p>\n\n\n\n<figure class=\"wp-block-gallery has-nested-images columns-2 is-cropped wp-block-gallery-1 is-layout-flex wp-block-gallery-is-layout-flex\">\n<figure class=\"wp-block-image size-large\"><img decoding=\"async\" data-id=\"2761\" src=\"https:\/\/hog.thecreativeplot.com\/wp-content\/uploads\/2024\/12\/PH-6040-21-tif634399450120000000-1024x732.jpg\" alt=\"\" class=\"wp-image-2761\" \/><\/figure>\n\n\n\n<figure class=\"wp-block-image size-large\"><img decoding=\"async\" data-id=\"2759\" src=\"https:\/\/hog.thecreativeplot.com\/wp-content\/uploads\/2024\/12\/PH-6040-19-tif634399450200000000-1024x732.jpg\" alt=\"\" class=\"wp-image-2759\" \/><\/figure>\n\n\n\n<figure class=\"wp-block-image size-large\"><img decoding=\"async\" data-id=\"2756\" 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