{"id":2535,"date":"2024-11-14T16:33:19","date_gmt":"2024-11-14T14:33:19","guid":{"rendered":"https:\/\/hog.thecreativeplot.com\/en-eu\/?p=1962"},"modified":"2024-12-19T12:11:50","modified_gmt":"2024-12-19T10:11:50","slug":"das-spiel-ist-wieder-eroeffnet","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/hog.thecreativeplot.com\/de\/das-spiel-ist-wieder-eroeffnet\/","title":{"rendered":"Das Spiel ist wieder er\u00f6ffnet"},"content":{"rendered":"\n<p class=\"intro wp-block-paragraph\">Wie eine kleine Stadt in Indiana nach dem Ersten Weltkrieg Motorradrennen wieder zur\u00fcck auf den Plan rief<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">NICHT NUR IN der Motorradindustrie sondern allerorten hatte der Erste Weltkrieg vieles zum Erliegen gebracht. Als der Krieg 1918 endlich beendet war, wusste niemand so genau, ob und wann die Motorradwelt je wieder so sein w\u00fcrde wie zuvor. So war es schon ein recht gro\u00dfes Risiko, das die Motorcycle and Allied Trades Association (der Vorl\u00e4ufer der AMA) einging, als sie am Labor Day 1919 in gro\u00dfem Stil ein Stra\u00dfenrennen in Marion, Indiana organisierte.&nbsp;&nbsp;<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Zu Kriegszeiten waren wegen der Benzinknappheit alle Rennaktivit\u00e4ten eingestellt worden. Auch die zivile Nutzung von Motorr\u00e4dern war stark zur\u00fcckgegangen, sowohl weil die Motorradproduktion beschr\u00e4nkt worden war als auch weil eine gro\u00dfe Anzahl von M\u00e4nnern im Krieg war. Doch nun hatten die wichtigsten Hersteller mit Rennambitionen vor, an dem Wettbewerb teilzunehmen: Harley-Davidson\u00ae, Indian und Excelsior-Henderson.&nbsp;&nbsp;<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Rennfahrer w\u00fcrden also da sein, aber w\u00fcrden auch Zuschauer kommen? Als Rennpiste f\u00fcr das 200-Meilenrennen \u00fcber 40 Runden wurde eine F\u00fcnf-Meilen- Strecke auf Landstra\u00dfen rund um Marion ausgewiesen. Kreuzungen wurden leicht \u00fcberh\u00f6ht und scharfe Rechtsabbiegungen wurden f\u00fcr h\u00f6here Geschwindigkeit abgemildert.&nbsp;&nbsp;<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Da es sich hier \u00fcberall um unbefestigte Stra\u00dfen handelte, war die Staubentwicklung ein gro\u00dfes Problem. Auch Ausfahrten mit Briefk\u00e4sten und andere Verkehrsteilnehmer bedeuteten Schwierigkeiten. Um den Staub zu binden, \u00f6lte man die Fahrbahnoberfl\u00e4che und befestigte sie mit Schotter, was aber dazu f\u00fchrte, dass die Fahrer mit ihren Reifen Steine hochwirbelten \u2013 zum Schaden der nachfolgenden Fahrer und Bikes.&nbsp;&nbsp;<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">An einem dieser Renntage dominierte Otto Walker, ehemaliger Flieger im Ersten Weltkrieg \u2013 er trug den Helm eines deutschen Piloten \u2013 fuhr das Rennen und f\u00fchrte es 125 Meilen lang an. Aufgrund technischer Probleme jedoch musste er die F\u00fchrung an seinen H-D\u00ae Teamkollegen Leslie \u201aRed\u2019 Parkhurst und den Indian Piloten und erbittertsten H-D Konkurrenten Teddy Carroll abgeben. Parkhurst hat das Rennen mit 3 Stunden, sechs Minuten und 33 Sekunden gewonnen, der zweite und dritte Platz gingen an die Harley-Davidson Fahrer Ralph Hephurn und Otto Walker.&nbsp;&nbsp;<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Aber noch wichtiger als das Ergebnis war die Aufmerksamkeit, die diesem Rennen zuteil geworden war. Rund 15.000 Zuschauer hatten es begeistert verfolgt. Viele waren auf ihren Motorr\u00e4dern von weit her, manche sogar von der Westk\u00fcste aus angereist. Mehr als 700 Hotelzimmer waren belegt und viele Einheimische hatten \u00dcbernachtungsg\u00e4ste aufgenommen. Motorrad- und Fahrradmagazine berichteten von Motorr\u00e4dern \u00fcberall in der Stadt. Unter all den Besuchern befanden sich auch die Firmengr\u00fcnder Walter Davidson und William S. Harley.&nbsp;&nbsp;<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Der Erfolg dieses Rennens im Jahre 1919 ermunterte die Organisatoren zu einer weiteren Rennveranstaltung im Jahre 1920. Der \u201aHill Climb\u2018 vom Vorjahr wurde wiederholt, und die Rennfahrer \u2013 unter ihnen Red Parkhurst \u2013 chauffierten B\u00fcrgerkriegsveteranen aus dem \u00f6rtlichen National Soldiers\u2019 Home in Gespannen \u00fcber die Piste. Aufkleber mit der Aufschrift \u201eIch habe meinen Beiwagen einem alten Soldaten gewidmet \u2013 und Du?\u201c verbreiteten die Message an diesem Wochenende wie ein Lauffeuer. Aber der eigentlich historische Moment ereignete sich nach dem Rennen. Fr\u00fch an diesem Tag hatte sich der Harley-Davidson Fahrer Ray Weishaar ein kleines Ferkel von einem nahegelegenen Bauernhof geholt und f\u00fchrte es dicht neben sich her, als er durch das Fahrerlager spazierte. Sp\u00e4ter gewann Weishaar das Rennen mit einer sagenhaften Durchschnittsgeschwindigkeit von mehr als 71 Meilen pro Stunde \u2013 ein neuer Rekord bei einem 200-Meilenrennen. Sein neues, auf den Namen Johnny getauftes Maskottchen nahm er mit aufs Siegerfoto, was die Journalisten dazu anregte, ab jetzt das Wort \u201aHog\u2018 (Schwein) f\u00fcr Harley-Davidson\u00ae Fahrer und ihre Motorr\u00e4der zu verwenden.&nbsp;&nbsp;<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Doch diese beiden Rennveranstaltungen der Jahre 1919 und 1920 blieben nicht nur als unterhaltsame Wochenenden im Ged\u00e4chtnis. Der Erste Weltkrieg hatte den privaten Fahrzeugmarkt dezimiert und dazu gef\u00fchrt, dass einige Motorradhersteller ihre Pforten hatten schlie\u00dfen m\u00fcssen. Viele H\u00e4ndler waren gezwungen aufzugeben, andere hielten sich mit Gebrauchtfahrzeugverk\u00e4ufen, Zubeh\u00f6r und Werkstattleistungen \u00fcber Wasser.&nbsp;&nbsp;<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Die beiden Rennen, ganz besonders das erste, bedeuteten den Neuanfang f\u00fcr die Motorradszene, sie bildeten die erfolgreiche R\u00fcckkehr zum Motorradsport, den immer noch so viele Menschen liebten. Ein Journalist traf mit seiner Schlagzeile den Nagel auf den Kopf: \u201eDas Spiel ist wieder er\u00f6ffnet!\u201c&nbsp;&nbsp;<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Originaltroph\u00e4en und Fotos von den legend\u00e4ren Rennen in Marion, Indiana sind im Harley-Davidson Museum\u00ae in Milwaukee zu sehen.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\"><\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Wie eine kleine Stadt in Indiana nach dem Ersten Weltkrieg Motorradrennen wieder zur\u00fcck auf den Plan rief.<\/p>\n","protected":false},"author":2,"featured_media":2445,"comment_status":"open","ping_status":"open","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":{"_acf_changed":false,"footnotes":""},"categories":[6],"tags":[9],"class_list":["post-2535","post","type-post","status-publish","format-standard","has-post-thumbnail","hentry","category-stories","tag-archiv"],"acf":[],"_links":{"self":[{"href":"https:\/\/hog.thecreativeplot.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/2535","targetHints":{"allow":["GET"]}}],"collection":[{"href":"https:\/\/hog.thecreativeplot.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"https:\/\/hog.thecreativeplot.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/hog.thecreativeplot.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/users\/2"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/hog.thecreativeplot.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/comments?post=2535"}],"version-history":[{"count":1,"href":"https:\/\/hog.thecreativeplot.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/2535\/revisions"}],"predecessor-version":[{"id":2536,"href":"https:\/\/hog.thecreativeplot.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/2535\/revisions\/2536"}],"wp:featuredmedia":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/hog.thecreativeplot.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/media\/2445"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/hog.thecreativeplot.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/media?parent=2535"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/hog.thecreativeplot.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/categories?post=2535"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/hog.thecreativeplot.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/tags?post=2535"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}