Harley-Davidsons Rennsport-Geschichte: Teil zwei
In dieser zweiten Zusammenfassung der Highlights aus der Renn-Vergangenheit der Motor Company treffen wir ein paar aufblühende Sterne am Rennsport-Himmel, die den Erfolg der Marke ins 21. Jahrhundert getragen haben
Wir setzen unseren Rückblick auf die Höhepunkte aus der Rennsport-Geschichte von Harley-Davidson in den 1970er Jahren fort. Die erste Hälfte des 20. Jahrhunderts war von großen Sprüngen in der Entwicklung der Motorradtechnik sowohl auf der Straße als auch auf der Rennstrecke geprägt. In der zweiten Hälfte setzte sich dieser Trend fort, und die Entwicklung gipfelte in der erfolgreichsten Flattrack-Rennmaschine aller Zeiten…


Die 1970er Jahre
Der XR750 wurde 1970 als Reaktion auf die neuen AMA-Regeln für den Klasse-C-Rennsport eingeführt. 1972 wurde das Modell dann mit dem Fokus auf maximale Leistung und Zuverlässigkeit noch einmal überarbeitet, was schließlich zu drei Jahrzehnten Dominanz auf dem Dirt Track führte. Mark Brelsford, Gary Scott und Jay Springsteen haben mit der XR750 bei der AMA Grand National Championship Sieg um Sieg errungen.

Die 1980er Jahre
Nachdem Jay Springsteen Ende der 1970er Jahre drei AMA Grand National Championships in Folge gewonnen hatte, folgte ihm 1980 Randy Goss als erster Meister im neuen Jahrzehnt. 1982 wurden die ersten drei Plätze in der Meisterschaft ausschließlich von H-D® Fahrern belegt, die den Meistertitel zwei Jahre lang nicht mehr abgegeben haben. Zur gleichen Zeit hat Scott Parker begonnen, für das Harley-Davidson Team Dirt Track Rennen zu fahren. Er wurde der erfolgreichste Rennfahrer in der Geschichte von Harley-Davidson, hat in einem Zeitraum von zehn Jahren 93 Rennen gewonnen und wurde neun Mal Grand National Meister. 1988 beendete er das Jahrzehnt mit dem Meistertitel in der AMA Grand National Championship.

Die 1990er Jahre
In den 1990er Jahren richtete sich mit der Wiederbelebung des Straßenrennsportprogramms der Motor Company ein Teil der Aufmerksamkeit auf diese Art des Rennsports, was 1994 zur Gründung des VR 1000 Superbike Racing Teams führte. Unter Tom Wilson erreichte die VR 1000 im Jahr 1996 einen Podiumsplatz und im Jahr darauf den zweiten Platz in Mid-Ohio, gefolgt von drei weiteren Top-5-Platzierungen. Auch der zweite VR-Fahrer Chris Carr hatte Erfolg: Er beendete die Saison 1996 mit fünf Top-10-Platzierungen und mit der ersten AMA Superbike-Pole für die VR 1000 in Pomona. Das Programm machte weiterhin beeindruckende Fortschritte, wobei Pascal Picotte 1999 zwei Podestplätze und vier Top-Fünf-Plätze erzielen konnte.

Die 2000er Jahre
Dieses Jahrzehnt begann mit dem Rücktritt von Scott Parker. Er hatte beispiellose 93 Dirt Track Siege errungen und war nicht weniger als neun Mal AMA-Meister geworden. 2003 wurde Scott in die AMA Motorcycle Hall of Fame aufgenommen, und zu diesem Anlass schaltete Harley-Davidsons Glückwunschanzeigen mit dem Wortlaut: “Scott Parker. Er war immer die Nummer eins. Und er wird es immer bleiben.” Die Motor Company nahm weiterhin an Dirt Track Rennen teil. 2001 stieß Jennifer Snyder zum Team. Sie wurde mit nur 17 Jahren die erste Frau, die ein Rennen der Formula USA National Dirt Track Series gewonnen hat.
Im Drag Racing trat Anfang der 2000er Jahre Andrew Hines für das Harley-Davidson Team Screamin’ Eagle®/Vance & Hines an. 2004 gewann er die erste NHRA Powerade Pro Stock Motorcycle Championship. Mit 21 Jahren wurde Andrew der jüngste Meister in der Geschichte der NHRA. 2005 hat Andrew in seiner Klasse die Sechs-Sekunden-Schallmauer gebrochen und seine zweite Meisterschaft gewonnen. Sein Team Kollege G.T. Tonglet wurde direkt hinter ihm Zweiter.


Weitere Flat-Track-Erfolge stellten sich ein, als Kenny Coolbeth zum Harley-Davidson Team stieß und 2006 Meister wurde. 2007 gewann Kenny dann seine zweite AMA Flat Track Twins Championship und 2008 seine dritte Meisterschaft in Folge. Unterdessen sicherte Eddie Krawiec auf dem Drag Strip den vierten NHRA Pro Stock Titel für H-D in fünf Jahren. 2009 gewann das AMA Flat Track Team erneut die Grand National Championship, diesmal mit Jared Mees an der Spitze.


Die 2010er Jahre
In diesem Jahrzehnt gab es für Harley viele Erfolgsgeschichten in einer Vielzahl von Disziplinen. Gleich zu Anfang hat Seth Enslow im Jahr 2010 den Weltrekord im Motorrad-Weitsprung gebrochen. Er sprang mit einer Harley-Davidson® XR1200 unglaubliche 56 Meter weit. Eddie Krawiec kämpfte weiter erfolgreich um Siege: 2011 gewann er den fünften Meistertitel im Drag Racing für Harley-Davidson, 2012 den sechsten und damit seine zweite NHRA Pro Stock Championship in Folge. 2015 feierte Andrew Hines weitere Erfolge im Drag Racing und gewann die NHRA Pro Stock Motorcycle Meisterschaft (genauso wie später noch einmal im Jahr 2019). Jared Mees gewann 2015 den AMA Pro Harley-Davidson GNC1 Flat Track Titel.
2017 erschien ein neues Motorrad auf der Bildfläche: die Harley-Davidson XG750R. Sie ersetzte die XR750, die bis heute als die beste Flat Track Rennmaschine der Welt angesehen wird, und wurde 2017 vom Harley-Davidson Factory Flat Track Racing Team eingesetzt.


Die 2020er Jahre
Dieses Jahrzehnt hat bisher Triumphe und neue Rekorde im Bagger-Rennsport gebracht. Kyle Wyman hat sich in den 2020er Jahren mit zahlreichen Siegen an die Spitze des Sports gesetzt. Unter anderem hat er mit einer Zeit von zwei Minuten und 14,8 Sekunden einen Rundenrekord in den Asphalt des Circuits of the Americas gebrannt. 2025 hat Kyle die King of the Baggers Meisterschaft für das Harley-Davidson Factory Race Team gewonnen. Darüber hinaus hat sich Cory West mit einer Harley-Davidson Pan America® 1250 ST zum Gewinner der Mission Super Hooligan Championship 2024 gekrönt, und 2025 ist James Rispoli in seine Fußstapfen getreten.
Von den Hill Climbs und Beach Races der Anfangszeit bis hin zu den Dirt Tracks und Circuits des 21. Jahrhunderts war Harley-Davidson immer mitten im Geschehen dabei. In dieser Saison werden die Rennsport-Aktivitäten der Motor Company mit der Einführung des Harley-Davidson Bagger World Cups international ausgedehnt – hier erfährst Du mehr.
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