Die Verwirklichung des Traums, das Harley-Davidson Museum in Milwaukee zu besuchen
Ein Paar aus Burgos hat sich einen lang gehegten Wusch erfüllt und eine Pilgerreise zum Harley-Davidson Museum™ in Milwaukee unternommen
Text von Jose Manuel Criado Rey
Im Jahr 2011 haben meine Frau Ana und ich unsere erste Harley-Davidson® gekauft, eine wunderschöne Sportster® SuperLow® 883. Gleichzeitig wurden wir damit in die große H.O.G.® Familie aufgenommen und erhalten seitdem regelmäßig das Magazin The Enthusiast®, das uns immer davon träumen lässt, es anderen Mitgliedern gleich zu tun und um die Welt zu reisen. Außerdem hält uns das Magazin seitdem über die Neuigkeiten bei den Motorrädern, dem Zubehör und der Bekleidung der Marke auf dem Laufenden. In diesen Artikeln, die ich immer wieder lesen kann, ohne dessen müde zu werden, beschreiben viele Mitglieder, wie das Harley-Davidson Museum™ in Milwaukee aussieht. Wir haben immer davon geträumt, das Museum eines Tages besuchen zu können, und jetzt ist dieser Wunsch endlich in Erfüllung gegangen.
Nach einem fast zehnstündigen Flug von Madrid nach Chicago sind wir in der faszinierenden und unglaublich geschäftigen größten Stadt von Illinois angekommen, die während unseres Aufenthalts in den USA unser Zuhause sein würde. Wir haben ein paar wunderbare Tage in der Windy City verbracht, wie Chicago in den USA genannt wird, und haben das großartige Wetter und die wunderschönen Ausblicke vom Ufer des Lake Michigan aus genossen. Die Tage vergingen wie im Fluge, und bald kam der Tag unseres Besuchs der Heimatstadt von Harley-Davidson. Wir entschieden uns, einen Amtrak-Zug von Chicago nach Milwaukee zu nehmen, und als wir dort ankamen, waren wir überglücklich – unser Traum stand kurz davor, in Erfüllung zu gehen.


Unser erstes Ziel war das Motorenwerk an der Pilgrim Road in Menomonee Falls etwas außerhalb von Milwaukee. Nach unserer Ankunft gingen wir gleich zum Eingang des Besucherzentrums. Die Eintrittskarten für den Besuch hatte ich zum H.O.G. Sonderpreis bereits von Spanien aus gebucht. Die Firmenmitarbeiter waren von Anfang an unglaublich freundlich zu uns und boten uns sogar an, Fotos von uns allen zusammen zu machen. Wir haben uns als erstes eine Präsentation über die Geschichte von H-D und von ihren Niederlassungen in der ganzen Welt angeschaut. Dann wurde uns erklärt, wie die Motoren unserer Harleys – ihr Herz und ihre Seele – hergestellt werden, und dabei wurden die verschiedenen Teile, aus denen ein Milwaukee-Eight® Motor besteht, herumgereicht, damit wir einen Eindruck von der Qualität und der Perfektion der Komponenten bekommen konnten. Zum Betreten der Fabrik sind wir mit einem Sicherheitskit ausgerüstet worden, das eine Weste, eine Schutzbrille und ein Audio-System umfasst, über das uns der Guide während der Tour mit den nötigen Informationen versorgen konnte.
In diesem Werk werden Milwaukee-Eight und Evolution™ Motoren für die Modellfamilien Softail®, Touring, Trike, CVO™ und Sportster gebaut. Die Fabrik ist riesig und verfügt über modernste Fertigungs- und Montagesysteme. Im Vorübergehen sind wir von den Arbeitern gegrüßt worden, die ausnahmslos Harley-Davidson T-Shirts und Jeans als Arbeitsuniformen trugen. In der Mitte der Werkshalle hängt eine gigantisch große US-Flagge – jeder hier ist stolz darauf, zu dem Team zu gehören, das die besten Motorräder der Welt produziert.
Die Führung dauerte etwa zwei Stunden und endete im Mitarbeiterladen, wo wir exklusive Souvenirs kaufen konnten. Als letzte Überraschung erhielten alle Besucher besondere Geschenke, aber ich werde hier nicht verraten, woraus die bestanden!


Unsere nächste Station in Milwaukee war die Firmenzentrale in der Juneau Avenue. Als wir ankamen, ist uns als Erstes das auffällige rote Backsteingebäude aus dem frühen 20. Jahrhundert ins Auge gesprungen, das von einem weißen Wassertank mit dem Harley-Davidson Schriftzug gekrönt ist. Ich konnte nicht anders, als daran zu denken, was diese Mauern wohl so alles erlebt haben: den Bau der ersten Modelle, das Design der berühmten und robusten WLA-Motorräder für die Armee während des Zweiten Weltkriegs und alles, was bis heute noch geschehen ist. Leider konnten wir nicht in das Gebäude hineingehen, weil es derzeit sowohl als Hauptsitz von H-D als auch als Harley-Davidson University dient und Führungen nur bei besonderen Anlässen wie der jährlichen Harley-Davidson Homecoming™ Veranstaltung durchgeführt werden.
Direkt vor dem Hauptgebäude befindet sich der Davidson Park, ein Begegnungsraum für Familien, Konzerte und andere Veranstaltungen. Es ist ein ganz besonderer Park, der so gestaltet wurde, dass Besucher mit ihren Motorrädern hineinfahren können. Am Eingang waren wir von den Pflastersteinen beeindruckt, die die Namen aller Mitglieder der Familie Davidson und des gesamten Vorstands der Company tragen – ein unglaubliches Detail, das uns daran erinnerte, dass wir dort standen, wo die Geschichte des Unternehmens im Jahr 1903 begonnen hatte. Wir mussten jedoch weiter, denn das Beste hatten wir ja noch vor uns: die modernen Räumlichkeiten des Harley-Davidson Museums.
Das Museum ist nur eine zehnminütige Fahrt von der Juneau Avenue entfernt, und ich kann nur sagen, dass ich bei unserer Ankunft überwältigt war – das Museum ist viel größer, als ich es mir vorgestellt hatte. Glatte Oberflächen prägen das Gebäude, und an der Fassade bilden riesige Buchstaben das Wort “Harley-Davidson”, das schon von Weitem zu lesen ist. Wir waren an einem Ort, der nicht nur die Geschichte der Marke bewahrt, sondern auch Teil der amerikanischen Geschichte ist. Gleich nach unserer Ankunft haben wir Fotos in einer Nachbildung des Schuppens gemacht, in dem das erste Harley-Davidson Motorrad gebaut worden ist. Wir waren inzwischen schon ziemlich erschöpft, und entschlossen uns, neue Energie in Form eines leckeren Burgers zu tanken, den wir uns bei einer sanften Brise auf der Terrasse mit Blick auf den Menomonee River schmecken ließen. Ich konnte allerdings nicht lange Pause machen, denn obwohl ich mich ausruhen wollte, wurde ich daran erinnert, dass es hier eine Menge zu sehen geben musste, weil auf dem Parkplatz des Museums ständig Gruppen von Harley Fahrern kamen und gingen.
Als wir das Museum betraten, haben wir unsere H.O.G. Mitgliedskarten gezeigt, und der Eintritt war frei. Außerdem haben wir noch ein paar exklusive Pins vom Museum bekommen, die ausnahmslos H.O.G. Mitgliedern vorbehalten sind. Was kann ich über das Innere des Museums sagen? Unglaublich, spektakulär und unvergesslich. Ich hatte zwar schon einige beeindruckende Harley-Davidson Sammlungen auf Veranstaltungen in Prag und Budapest gesehen, aber das Museum in Milwaukee umfasst die gesamte Geschichte der Marke. Hier gibt es alles vom allerersten Motorrad, das wie ein seltenes Schmuckstück sorgfältig in einem Glaskasten aufgehoben wird, über die frühesten Trikes bis hin zu Elvis Presleys Harley, zusammen mit den Geschichten von Fangruppen, Rennmodellen, Militär- und Polizeimotorrädern sowie Prototypen, die nie in größeren Stückzahlen produziert worden sind. Die Sammlung führt durch verschiedene Räume und Epochen bis in die Gegenwart. Einer unserer Lieblingsräume war der mit der Benzintank-Ausstellung. Die Tanks sind wirklich atemberaubend in den leuchtenden Farben der 50er, 60er und 70er Jahre lackiert, und alle Tank-Logos, die die Marke je verwendet hat, einschließlich der Jubiläumsausgaben sind zu sehen.


Kurz gesagt, fast zwei Stunden fühlten sich bei Weitem nicht angemessen an, aber wir mussten schließlich auch noch den Freiluft-Campus des Museums besuchen, wo die “Living the Legend” Stahlnieten angebracht sind. Es sind Hunderte – einige mit sehr bewegenden Botschaften, die Motorradfahrern gewidmet sind, die nicht mehr unter uns weilen. Da es ein paar Monate dauert, bis eine neue Niete installiert ist, hoffen wir, dass wir unsere Nieten bei unserer nächsten Reise an Ort und Stelle sehen können.
Es gab keinen besseren Weg, diesen Traumtag zu beenden, als im Museumsladen und im Factory Outlet einkaufen zu gehen. Aber natürlich müssen alle guten Dinge ein Ende haben – auch unser Tag in Milwaukee. Wir hatten eine wunderbare Zeit und hoffen, bald zurückzukehren, um weiterhin die Leidenschaft zu genießen, zu einer so großartigen Gruppe wie der H.O.G. zu gehören und die besten Motorräder der Welt namens Harley-Davidson zu fahren.
Man kann mehr über das Harley-Davidson Museum auf der Website erfahren und sollte sich unbedingt die neuesten Geschichten aus diesem Zuhause des Harley Erbes auf H.O.G. Stories ansehen.

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