Unvergessen: Alfred R. Child
In der Januar-Ausgabe des Jahres 1925 von The Enthusiast®ist ein gewisser A. R. Child mit seiner Frau, seiner Tochter, seiner Harley-Davidson® und einer Gruppe japanischer Motorradfans zu sehen. Der kurze Moment, der hier für immer festgehalten ist, bietet einen kleinen Einblick in das Leben eines Mannes, der den Weg für die weltweite Verbreitung von Harley-Davidson geebnet hat
Wer die Seiten dieser Ausgabe von The Enthusiast® von vor 100 Jahren durchblättert, wird von der damaligen internationalen Präsenz von Harley-Davidson beeindruckt sein. Es gibt mehrere Personen, denen für die weltweite Verbreitung der Marke Anerkennung zu zollen ist. Dazu gehören unter anderem der Firmengründer Arthur Davidson für die Pflege und den Ausbau des Händlernetzes im In- und Ausland und der Brite Victor S. Welsford für die Leitung der Londoner Niederlassung der 1915 dort gegründeten Motor Company. Ein weiterer Name auf dieser Liste ist Alfred R. Child.

Child wurde in England geboren und ist als junger Erwachsener in die USA ausgewandert. Während er in New York gearbeitet hat, hat er für berufliche Zwecke ein nagelneues Harley-Davidson® Motorrad gekauft. Diese Anschaffung erwies sich als ein entscheidender Schritt, denn sie war nicht nur für seine Arbeit nützlich, sondern Alfred mochte sein Motorrad so sehr, dass er sich entschied, für die Motor Company zu arbeiteten. Am Ende fand er sich in einer einflussreichen Position im Export und internationalen Vertrieb wieder. Und so kam es, dass die Seiten und Titelseiten von The Enthusiast in den 1920er und 1930er Jahren übersät waren mit Bildern, die Alfred aus Ländern einschickte, die weit vom Firmensitz in Milwaukee entfernt sind.




Seine Arbeit führte Alfred unter anderem nach Afrika und Australien, aber Japan war das Land, in dem Alfred seine Spuren in der Motorradgeschichte hinterlassen hat. Harley-Davidson exportierte bereits seit 1912 nach Japan, aber als Alfred 1924 dorthin zog, wuchsen diese Exporte immens, und er gründete die Harley-Davidson Motorcycle Sales Company of Japan. In seiner Rolle als Manager machte er H-D zur führenden Importmarke des Landes, und schließlich baute er dort die erste Harley-Davidson Produktionsstätte auf. Alfred und seine Familie knüpften auch privat enge Kontakte in ihrer Wahlheimat, kontaktierten die dortigen Motorradclubs, besuchten Rennen sowie andere Aktivitäten und berichteten über die lebendige japanische Motorradszene in Zeitschriften wie The Enthusiast, MotorCycling, und andere Publikationen seiner Zeit.







Child war mehr als ein Jahrzehnt lang maßgeblich am Japan-Geschäft und an der Produktion von Harley-Davidson Motorrädern im Fernen Osten beteiligt, bevor er das Land verließ, um sich neuen Abenteuern im Motorradgeschäft zuzuwenden. Child ist eine gefeierte Persönlichkeit der Motorradgeschichte, die nicht nur zur Entwicklung des Motorradmarktes in Japan beigetragen hat, sondern auch eine wichtige Rolle in der Geschichte von H-D gespielt hat. Er hat dem Unternehmen nicht zuletzt geholfen, mehr als ein Jahrhundert lang zu überleben, und die Momentaufnahmen seines Lebens auf zwei Rädern haben rund um den Globus und über die Zeit hinweg Biker miteinander verbunden. Sein bedeutender Beitrag zur Motorradgeschichte ist 2006 durch die Aufnahme in die AMA Motorcycle Hall of Fame angemessen gewürdigt worden.
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