Tipps, um Deine erste mehrtägige Motorradtour zum Erfolg zu führen
Mike Zimmerman gibt Ratschläge für die Planung und Vorbereitung von Trips, die eine oder mehrere Übernachtungen umfassen
Du denkst darüber nach, auf Deine erste Motorradreise mit einer oder sogar mehreren Nächten zu gehen? Herzlichen Glückwunsch! Du bist dabei, das nächste Level in Deinem Leben als Biker zu erreichen. Wahrscheinlich hast Du dazu viele Fragen. Es gibt immer eine Menge zu lernen, egal wie lange man schon fährt, aber hier geht es um ein paar grundlegende Kenntnisse, die Dir den Einstieg erleichtern.
Was das Motorrad betrifft
Stelle sicher, dass Dein Motorrad genauso gut vorbereitet ist wie Du. Steht ein Ölwechsel an? Haben die Reifen genug Profil und den richtigen Luftdruck? Gibt es möglicherweise irgendwelche Auffälligkeiten, um die Du Dich schon immer mal kümmern wolltest? Bevor Du losfährst, solltest Du diese Fragen geklärt haben.
Autobahnen oder Nebenstraßen?
Was ist der Grund für Deine Reise? Wenn es hauptsächlich darum geht, irgendein Ziel zu erreichen, dann sind Autobahnen und Bundesstraßen die richtige Wahl. Wenn es aber vor allem darum geht, die Fahrt zu genießen, dann solltest Du kleinere Straßen wählen. Du wirst nicht so viele Kilometer zurücklegen, aber Du wirst viel mehr erleben. Denn der Weg ist das Ziel, richtig?
Hilfe von Deinen Freunden
Wenn Du Deine erste mehrtägige Reise nicht alleine machst, sprich mit den Leuten, die Dich begleiten. Die meisten Biker sind gern bereit oder sogar begierig darauf, ihr Wissen mit Anfängern zu teilen. Scheu Dich nicht, vor oder während der Tour Fragen zu stellen. Denke auch daran, dass jeder seine eigene Meinung und seine eigenen speziellen Tipps hat. In den meisten Fällen gibt es mehr als nur den einen richtigen Weg oder die eine richtige Methode.
Wenn Du Deine erste mehrtägige Reise alleine unternimmst, was nicht von Nachteil sein muss, gilt dasselbe: Sprich mit Deinen Freunden, bevor Du abreist, und lerne aus ihren Erfahrungen.
H-D Händler
Apropos Hilfe von Freunden: Notiere Dir die Standorte von Harley-Davidson® Händlern auf Deiner Route und betrachte sie als nützliche Ressource. H-D® Vertretungen sind großartige Orte, um Fragen zu stellen, Ratschläge zu erhalten, sich über die besten Straßen in der Umgebung zu informieren, Vorschläge für Unterkünfte oder Restaurants zu erhalten oder einfach nur eine Weile abzuhängen. Und im Fall eines technischen Problems sind die Vertragshändler die richtige Adresse, um so schnell wie möglich sorgenfrei weiterfahren zu können.
Harley-Davidson App und Ride Planner
Bei der Planung Deiner Reise solltest Du auch Apps und Websites nutzen – schließlich leben wir im 21. Jahrhundert. Sogar dabei hilft Dir Harley-Davidson. Lade die H-D App auf Dein Handy herunter oder besuche H-D.com/rideplanner, um Deine Strecke zu planen und Harley-Davidson Händler zu finden.
Wie weit ist zu weit?
Wenn Du es nicht gewohnt bist, 600 bis 800 Kilometer oder gar mehr an einem Tag zu fahren, dann plane Deine Etappen entsprechend kürzer. Nimm Dir zumindest am Anfang keine zu langen Strecken vor, damit Du unterwegs Zeit genug hast anzuhalten, Dich umzusehen und Dich auszuruhen. Wenn Du erst einmal ein Gefühl dafür bekommen hast, was ein “ganzer Fahrtag” für Dich bedeutet, kannst Du über längere Etappen nachdenken. Wenn man sich Zeit lässt und unterwegs Sehenswürdigkeiten anschauen möchte, dann können sich 400 oder noch weniger Kilometer wie ein sehr langer Tag anfühlen.
Reservieren oder nicht?
Ob man Hotelzimmer im Voraus buchen sollte, ist eine Frage der persönlichen Präferenz. Wenn es Dich nervös machen sollte, nicht zu wissen, wo Du die kommende Nacht verbringen wirst, solltest Du auf jeden Fall ein Zimmer im Voraus buchen. Andere ziehen es vor, erst dann in einem Hotel nach einem Zimmer zu fragen, wenn sie müde sind und ihnen die Unterkunft gefällt. Das ist zwar ein bisschen riskant, aber vielleicht auch Teil des Abenteuers.
Was Du mitnehmen solltest
Über das Bepacken eines Motorrads könnten wir einen ganzen Artikel schreiben. Die Grundregel heißt, möglichst wenig mitzunehmen. Man hat ganz schnell zu viel eingepackt. Nimm Dir deshalb vor, einige Kleidungsstücke mehr als einmal zu tragen. Wenn Du nur ein paar Tage unterwegs bist, ist eine zweite Jeans eigentlich schon Luxus. Und wenn Du Dich für Socken und Unterwäsche aus synthetischem Stoff statt aus Baumwolle entscheidest, kannst Du mit nur ein oder zwei Sets auskommen. Spüle Deine Wäsche abends im Waschbecken durch, wringe sie gründlich aus und hänge sie über Nacht zum Trocknen über die Stange des Duschvorhangs.
Nimm nicht mehr Toilettenartikel mit, als Du unbedingt brauchst. Kleine Tuben und Flaschen sparen Platz und Gewicht. Wenn Du mit anderen zusammen reist, überlege mit ihnen, was Ihr miteinander teilen könnt. Ist es wirklich notwendig, einen Haarfön mitzunehmen? Heutzutage ist fast jedes Hotelzimmer mit einem Fön ausgestattet.
Wohin soll was?
Dinge, die Du nicht erst bei der Übernachtung brauchst, solltest Du ganz oben in Deine Taschen packen. Schwerere Gegenstände sollten möglichst tief in den Satteltaschen beziehungsweise Seitenkoffern untergebracht werden. Um Dinge leicht wiederzufinden, solltest Du kleine Gegenstände gemeinsam in verschließbare Plastikbeutel packen.
Taschen, Koffer, Rollen
Wie viel Gepäck Du mit auf Tour nehmen kannst, hängt stark davon ab, welche Art von Motorrad Du fährst, und ob es über ein Gepäcksystem wie zum Beispiel Seitenkoffer und/oder ein Tour-Pak™ Top Case verfügt. Wenn Deine Maschine nichts davon hat, solltest Du in eine hochwertige Gepäckrolle investieren. Solch eine Rolle passt auf den Gepäckträger oder den Soziussitz fast aller Modelle, deshalb kannst Du sie Dir auch von einem Freund leihen. Wenn Du die Rolle auf den Beifahrersitz schnallst, kann sie Dir zusätzlich auch als Rückenlehne dienen.
Ein Rucksack kann auch sehr nützlich sein, wenn er denn zwischen Dich und das hinten aufgeschnallte Gepäck passt und nicht so schwer ist, dass er beim Fahren hinderlich ist oder Dich während der Tour ermüdet. Es ist ganz hilfreich, die Schultergurte des Rucksacks so weit zu verlängern, dass ein Großteil seines Gewichtes auf dem leeren Sitz hinter Dir ruht.
Tanke rechtzeitig
Manche Biker mögen es, ihre Motorräder fast trocken zu fahren, bevor sie eine Tankstelle ansteuern, aber damit gewinnt man keinen Blumentopf. Im Zweifel solltest Du besser früher als später tanken. Es ist besser, ein paar Mal mehr zu tanken, als Umwege in Kauf nehmen zu müssen, weil die nächste Tankstelle an der geplanten Route außer Reichweite liegt. Noch unangenehmer ist es, wenn man ohne Sprit irgendwo im Nirgendwo liegen bleibt.
Bei jedem Wetter
Ob schön oder schlecht, das Wetter hat einen großen Einfluss auf Deine Motorradtour. Niemand mag es, wenn der Wettergott zürnt, aber man muss sich davon nicht den Spaß verderben lassen. Wenn Du Dich nur richtig auf schlechtes Wetter vorbereitest, kann es zum Bestandteil Deines Abenteuers werden. Gute Regenbekleidung ist dafür unverzichtbar. Und vertraue nie der Wettervorhersage. Man kann nie sicher sein, dass das Wetter nicht umschlägt, also packe immer mindestens eine Regenjacke ein. Für mehr als ein oder zwei Tage ist ein vollständiger Regenanzug allerdings die bessere Wahl.
Sind Deine Stiefel und Handschuhe wasserdicht? Wenn ja, dann kannst Du loslegen. Wenn nein, dann solltest Du über eine Anschaffung nachdenken. Eine billige, provisorische Lösung besteht darin, bei Regen Plastiktüten in die Stiefel zu stecken. Die Tüten halten Deine Füße trocken, aber Deine Stiefel sind am Ende des Tages trotzdem nass. Wenn Du Zeitungspapier hineinstopfst, hast Du eine Chance, dass sie über Nacht trocknen.
Iss, trink, mach Gymnastik
Ganz gleich, wie weit Du fährst, achte unterwegs auf Dein Wohlbefinden. Dein Körper braucht genauso viel Aufmerksamkeit wie Dein Bike. Iss gesunde Snacks, auch wenn Du keinen Hunger verspürst. Dein Körper darf nicht dehydrieren, also trink, bevor Du durstig wirst – besonders bei großer Hitze! Wann immer Du anhältst, dehne und strecke Deine Arme und Beine und Deinen ganzen Körper.
Und jetzt los!
Erfahrung ist der beste Lehrer, und es gibt nur einen Weg, sie zu erlangen: losfahren! Du musst Dich nicht davor fürchten, Fehler zu machen, aber Du solltest aus Deinen Fehlern lernen. Probiere Dich ruhig aus. Wenn etwas klappt, dann ist es gut. Wenn es nicht funktioniert, dann versuche es auf eine andere Art. Ein Teil des Spaßes einer Motorradreise ist die Ungewissheit, die damit verbunden ist.
Denk mal darüber nach. Was ist interessanter: eine Reise, die perfekt verläuft, oder eine, bei der Du unterwegs ein paar Herausforderungen meistern muss? Genau. Deshalb sei auf alles vorbereitet, geh auf Nummer sicher und sammel unvergessliche Erinnerungen.
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