TRIFF DIE PINK LADY, DIE BEI DER DIESJÄHRIGEN EUROPEAN H.O.G. RALLY DEN PEOPLE’S CHOICE AWARD GEWONNEN HAT
Britta Feldwisch ist schon seit ihrer Kindheit begeistert von Harley-Davidson. Sie hat mit ihrer Sportster® Seventy-Two® zahlreiche Preise bei Custom Bike Shows gewonnen und lebt den Harley Lifestyle aus Überzeugung
Aufgezeichnet von Knut Briel
Fotos von Britta Feldwisch und Horst Rösler
Leben – Lachen – Lieben. So lautet das Motto der Bikerin und Küsterin aus dem Münsterland.
Britta Feldwisch ist aus der deutschen H.O.G.® Szene gar nicht mehr wegzudenken. Beinahe jeder Besucher der einschlägigen Rallys kennt die „Pink Lady“ und ihre gleichnamige bildschöne Sportster®, mit der sie seit einem Jahrzehnt regelmäßig auf den Custom Bike Shows Preise abräumt – zuletzt auf der European H.O.G. Rally dieses Jahres in Medulin. Wir haben die sympathische Frau zum Interview gebeten.



Britta, noch einmal herzlichen Glückwunsch zum Gewinn des People’s Choice Award bei der Custom Bike Show in Kroatien. Wie viele Custom Bikes hast Du denn schon gebaut oder entworfen?
Herzlichen Dank für die Glückwünsche. Ich bin eigentlich keine Bike Builderin, ich habe mich einfach 2014 in die Sportster Seventy-Two® verliebt und sie nach dem Kauf noch etwas nach meinen Vorstellungen verschönert. Meine „Pink Lady“ stammt aus einer weltweit auf 300 Exemplare limitierten Hard Candy Custom Sonderedition der Seventy-Two, ist also schon von Haus aus ein sehr seltenes und exklusives Exemplar. Die individuellen Umbauten wie die Tankreling und die Sissybar stammen aus meiner Feder und sind von einem erfahrenen Edelstahlschlosser mit viel Liebe zum Detail umgesetzt worden. In meinem Design finden sich bewusst Engel und Engelsflügel, weil ich eine tiefe Verbindung zu ihnen verspüre. Ich glaube fest daran, dass ein Engel im Himmel über mich wacht: meine Mama.
Das klingt, als seiest Du eine sehr gläubige Frau?
Ja, das bin ich. Ich arbeite seit über zwanzig Jahren in meinem Heimatort Brochterbeck als Küsterin bei der evangelischen Kirche, obwohl ich von meiner Ausbildung her eigentlich eine Mediengestalterin bin. Soziales Engagement ist mir auch in der Freizeit sehr wichtig. Gleichzeitig bin ich eine sehr lebensfrohe Bikerin – mein Lebensmotto lautet: „Leben – Lachen – Lieben“. Wer mich auf einem der zahlreichen Events erlebt hat, die ich Jahr für Jahr besuche, der weiß, dass ich niemals Trübsal blase.
Und wie geht es mit der Karriere Deines Custom Bikes weiter?
In den vergangenen elf Jahren habe ich mit der „Pink Lady“ jedes Jahr mindestens einen Preis gewonnen. Die Menschen lieben mein Motorrad – und ich liebe die Menschen, denen ich dadurch begegnen darf. H.O.G. Events haben für mich einen ganz besonderen Stellenwert. Die Atmosphäre ist familiär, herzlich und ausgelassen. Die diesjährige European H.O.G. Rally in Kroatien war ein unvergessliches Erlebnis. Die Stimmung war überwältigend, und dann geschah das Unglaubliche: Ich habe die Custom Bike Show auf einer internationalen H.O.G. Rally gewonnen, und niemand Geringeres als Bill Davidson hat mir den Preis persönlich überreicht! Ich habe die größte Anerkennung erhalten, die man sich als Harley Fahrerin wünschen kann, mehr geht nicht! Aus diesem Grund habe ich beschlossen: Das war meine letzte Teilnahme an einer Custom Bike Show.


Aber den H.O.G. Events und Deiner „Pink Lady“ bleibst Du doch sicher weiterhin treu, oder?
Natürlich! Wir werden zusammen weiterhin möglichst viele nationale und internationale Rallys besuchen. Ich war nicht nur in Medulin, sondern auch im Vorjahr in Senigallia, und natürlich besuche ich so oft es geht die European Bike Week in Faak, das Harley-Davidson Euro Festival in Frankreich, die Hamburg Harley Days, das Ruhrpott Meeting in Hattingen, die Magic Bike Rüdesheim, die Bike Days in Willingen und die Harley Days Dresden. Ich möchte auch gern zur European H.O.G. Rally 2026 nach Cascais in Portugal fahren, weiß aber noch nicht, ob das finanziell klappt.
Seit fünf Jahren berichte ich übrigens als freie Mitarbeiterin für ein Biker Magazin von diesen Veranstaltungen – ein Job, der mir viel Spaß macht und der es mir ermöglicht, so interessante und bekannte Leute wie zum Beispiel den Sänger Peter Maffay, den Schauspieler Wolfgang Fierek, den Fernsehmoderator Jean Pütz, Paul Teutul von Orange County Choppers und Kolja Rebstock von Harley-Davidson kennenzulernen, um nur einige zu nennen. Ein Highlight war meine Begegnung mit Bill Davidson. Er ist ein großartiger, bodenständiger Mensch, der sich Zeit für sein Gegenüber nimmt, zuhört und mit Engelsgeduld zahllose Fotos mit den Fans macht. Das größte Geschenk meines Biker-Lebens hat Bill mir mit seiner Signatur auf meinem Pokal und auf meiner Satteltasche gemacht – ein Moment, den ich immer in meinem Herzen tragen werde.
Wann bist Du denn erstmals mit Harley-Davidson in Kontakt gekommen?
Im zarten Alter von 12 Jahren. Ich fuhr mit meinem orangefarbenen Bonanza-Fahrrad, an dem ein Fuchsschwanz und bunte Bänder baumelten, durch unser Dorf, als mir plötzlich eine donnernde Harley entgegenkam und genau auf mich zu fuhr. Ein echter Chopper mit langer Gabel, hohem Lenker, vorverlegten Fußrasten, US-Flagge auf dem Tank und einem coolen Typen im Sattel: Cowboystiefel, Jethelm, Sonnenbrille, lange Haare und Schnäuzer. Er wollte irgendetwas Banales von mir wissen, aber die kleine Britta brachte kein Wort heraus und stand nur mit offenem Mund und hochrotem Kopf da. Ich war verliebt bis über beide Ohren – nicht in den Rocker, der war viel zu alt für mich, aber in den Chopper. Meine Liebe zu Harley-Davidson war erwacht. Ich schaute mir mehrmals „Easy Rider“ an, und für mich stand fest: Ich werde eines Tages eine Harley fahren.
Und wann kam die erste Harley?
Erst viel später. Ich habe geheiratet – natürlich einen Biker – aber ich bin immer selbst gefahren. Hinten drauf zu sitzen war für mich nie eine Option. Zweimal hatte ich einen Unfall mit anschließendem Krankenhaus-Aufenthalt, deshalb habe ich die Biker-Kluft in den Schrank gehängt und das Motorrad verkauft, als ich Mutter wurde. Die Familie hatte von da an absoluten Vorrang, zwanzig Jahre lang. Aber ich habe immer mal wieder beim Harley Händler vorbeigeschaut und weiter von einem Milwaukee Iron geträumt. 2013 war es dann soweit: Im Alter von 45 Jahren habe ich in Osnabrück beim H-D Dealer endlich eine Harley-Davidson gekauft, und zwar eine lilafarbene, 13 Jahre alte Sportster, und ich bin den Ladies of Harley® beigetreten. Die Sportster war ein schönes Motorrad, aber wirklich verliebt habe ich mich im darauffolgenden Jahr, als ich in Bielefeld bei einer H-D Dealer Party meine jetzige Harley zu Gesicht bekam. Es war Liebe auf den ersten Blick! Sie stand auf einem sich drehenden Podest und glitzerte in ihrem sensationellen Candy Pink Lack. Ich war sofort fasziniert, dachte an Flower Power und die Siebziger Jahre. Das passt zu mir, ich bin eine Rock-Lady. Ich stand wie gelähmt vor „meiner“ Maschine – wie damals in meiner Kindheit bei meiner Begegnung mit dem Chopper-Rocker. Der Händler fotografierte mich auf dem Bike, verkaufte mir das seltene Motorrad und überreichte mir das Foto von uns beiden bei der Übergabe meiner „Pink Lady“. Auf dem Bilderrahmen steht „Lebe Deinen Traum…“. Und das mache ich seitdem. Ich liebe und lebe den Harley-Davidson Lifestyle!
Das klingt so, als wolltest Du daran auch nichts ändern?
Warum auch? Ich bin jetzt 57 Jahre alt und hoffe, dass ich noch viele Jahre mit meiner „Pink Lady“ durch die Gegend tingeln und andere Hoggies sowie andere Biker und Bikerinnen treffen darf. Irgendwann möchte ich auch unbedingt über die legendären Routen durch die USA cruisen und das Harley-Davidson Museum besuchen. Übrigens, wer Interesse hat, der kann mir auf Facebook, Instagram, und TikTok folgen.







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