DIE HARLEY-DAVIDSON Rennsport-Geschichte Teil Eins

Harley-Davidson war bei der Jagd nach Rekorden immer vorn mit dabei. In diesem ersten Teil unserer zweiteiligen Serie werfen wir einen Blick auf die wichtigen Meilensteine der ersten sieben Jahrzehnte

Rennsportbegeisterte fahren seit mehr als einem Jahrhundert mit Harley-Davidson® Motorrädern Rennen. Nichts kommt an den Thrill heran, der mit dem Speed, der Fahrzeugbeherrschung und dem Triumph auf der Rennstrecke einhergeht. Deshalb wollen wir auf einige Höhepunkte in der langen Rennvergangenheit der Motor Company zurückblicken…

1900er Jahre
Am 4. Juli 1905 hat Walter Davidson vom Chicago Motor Club den ersten Preis für seinen Sieg im 10-Meilen-Open verliehen bekommen, das er in nur etwas mehr als 19 Minuten beendete. Er war immer wieder bei Langstreckenwettbewerben erfolgreich – zum Beispiel hat er im Jahr 1908 den jährlichen Wettbewerb der Federation of American Motorcyclists’ Endurance and Reliability mit 1.000 Punkten gewonnen. Nur drei Tage nach diesem Sieg hat er die Qualität und Sparsamkeit seines Motorrads mit einer Rekordreichweite von 188,234 Meilen pro Gallone bewiesen, was einem Verbrauch von 1,25 Liter pro 100 km entspricht. Kein Wunder, dass die Harley-Davidson Motorräder schon bald im ganzen Land als äußerst zuverlässig und sparsam galten.

1910er Jahre
Im Jahr 1910, so zeigen es die Aufzeichnungen, haben in den USA Harley® Fahrer in mindestens sieben verschiedenen Disziplinen wie Track Races, Langstreckenrennen und Hill Climbs den ersten Platz belegt. Dann wurde 1913 unter der Leitung von William S. Harley die erste H-D Rennabteilung gegründet, und die Motor Company nahm im folgenden Jahr mit offiziellen Werksmaschinen an Motorradrennen teil. Es dauerte nicht lange, bis das Team Harley-Davidson aufgrund seiner unglaublichen Dominanz im Sport als “Wrecking Crew” bezeichnet wurde.

1920er Jahre
Die 1920er Jahre erwiesen sich für H-D als ein Jahrzehnt der Rekorde.  Das Team begann mit Hochgeschwindigkeitstests in Daytona Beach und hat dabei mehrere offizielle und inoffizielle Rekorde aufgestellt. Am 16. Februar 1920 legte Leslie “Red” Parkhurst einen Kilometer in 19,98 Sekunden und eine Meile in 32,45 Sekunden zurück. Er erreichte dabei eine Höchstgeschwindigkeit von 111 mph (knapp 180 km/h). Nur ein Jahr später, am 22. Februar 1921, überschritt Otto Walker als erster Fahrer bei einem Motorradrennen die magische 100-mph-Schwelle (160,9 km/h). In diesem Jahr wurde ausnahmslos jede nationale Meisterschaft von Harley-Davidson Fahrern gewonnen. In den Folgejahren gaben viele zukünftige Stars ihr Debut im Motorrad-Rennsport, darunter der talentierte Dirt-Track-Rennfahrer Joe Petrali, die legendäre Harley-Davidson Rennmaschine mit dem Spitznamen “Peashooter” und der H-D V2-Rennmotor mit 45 Cubic Inch (737 ccm) Hubraum und den Ventilen im Zylinderkopf.

1930er Jahre
Bill Davidson Jr. startete erfolgreich in das neue Jahrzehnt mit dem Gesamtsieg beim Jack Pine Endurance Contest, bei dem auch alle Klassensiege an Harley-Davidson Fahrer gingen. Zu dieser Zeit sorgte Joe Petrali für viel Aufsehen – er war 1932 der erste Fahrer in der Geschichte der American Motorcyclist Association AMA, der in ein und demselben Jahr sowohl die nationale Meisterschaften im Dirt Track als auch die im Hill Climbing gewonnen hat – eine Meisterleistung, die ihm auch 1933, 1935 und 1936 gelungen ist. 1935 hat Joe mit dem Peashooter beim Dirt Track 13 AMA-Meisterschaftsrennen gewonnen und dabei vier Rekorde gebrochen. 1937 hat er dann mit zwei verschiedenen Harleys die Geschwindigkeitsrekorde in ihrer jeweiligen Klasse gebrochen. Dabei erreichte er auf der Maschine mit 61 Cubic Inch (1.000 ccm) Hubraum 136,183 mph (219,165 km/h).

1940er Jahre
1940 hat Babe Tancrede die 200 Meilen von Daytona auf einem WLDR Modell gewonnen. 1946 hat Harley-Davidson einen seiner besten Dirt-Racer aller Zeiten vorgestellt: die seitengesteuerte WR mit 45 Cubic Inch (737 ccm) Hubraum. 1947 hat dann Jimmy Chan die erste seiner drei aufeinanderfolgenden AMA Grand National Championships im Dirt Track gewonnen und damit den Höhepunkt für ein Jahrzehnt gesetzt, das für Harley sehr erfolgreich war.

1950er Jahre
Auch in den 1950er Jahren häuften dich die Rennerfolge für Harley-Davidson. Das hat damit begonnen, dass Larry Headrick 1950 die AMA Grand National Championship für Harley-Davidson im Dirt Track gewann. Im selben Jahr haben H-D® Fahrer 18 der 24 Meisterschaftsrennen gewonnen und dabei sechs Rekorde aufgestellt. 1954 war es Joe Leonard, der die AMA Grand National Championship gewonnen hat, und in den folgenden acht Jahren sollten immer H-D Fahrer die Meisterschaft gewinnen. 1955 begann eine ähnliche Serie bei den 200 Meilen von Daytona, die sieben Mal hintereinander von Harley-Davidson Fahrern gewonnen wurden, nämlich von Brad Andres, Johnny Gibson, Joe Leonard und Roger Reiman – alle auf KR Modellen.

1960er Jahre
Dies war das Jahrzehnt der glorreichsten Erfolge in Daytona. 1960 gewann nicht nur H-D Werksfahrer Brad Andres die 200 Meilen von Daytona, die ersten 14 Plätze wurden allesamt von Harley-Davidson KR Rennmaschinen belegt. Dasselbe Rennen wurde 1963 von Ralph White ebenfalls auf einer KR gewonnen. 1964 gewann Roger Reiman die AMA Grand National Championship und erzielte zudem den ersten seiner beiden Siege in Folge bei den 200 Meilen von Daytona. 1965 und 1966 hat dann Bart Markel die AMA Grand National Championship auf Harley gewonnen, 1969 war es Mert Lawwill. 1968 hat Cal Rayborn seine Serie von aufeinanderfolgenden Siegen bei den 200 Meilen von Daytona begonnen und sein Ziel ins Auge gefasst, auf den Bonneville Salt Flats Rekorde einzufahren. Lies mehr über seine Jagd nach Rekorden hier.


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